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Windkraft

Die Rasteder Geestrandmoore dürfen kein Industriegebiet werden !

Neben Abtorfung, Autobahnbau auch Windenergie möglich!

 

Oktober 2022: Wie schon  vor sieben Jahren (s. unten) hat aufgrund neuer Gesetzeslage des Bundes ein Planungsbüro im Auftrag der Gemeinde eine Windkraftpotenzialstudie  erstellt und im Gemeinderat vorgestellt. Danach bieten sich im Gemeindegebiet unter Beachtung der harten und weichen Tabuzonen ausreichend große Flächen für Windparks nur in den Rasteder Geestrandmooren Hankhauser-, Loyer- und Ipweger Moor an.

Nach Zustimmung der Ratsgremien zu diesen Plänen wurde die Öffentlichkeit mit Frist zum 4. Nov. 2022 zu Stellungnahmen aufgefordert.

Der NABU Rastede hat seine Bedenken zu diesem Planungsentwurf fristgerecht am 4. Nov. im Rathaus abgegeben.Die Stellungnahme kann nachfolgend nachgelesen werden:

 

November 2015: Um den Behörden des Landkreies und der Gemeinde eine aussagefähige Datengrundlage bereitzustellen, hat es sich die NABU-Ortsgruppe Rastede jeweils im Frühjahr der Jahre 2013 bis 2015 zur Aufgabe gemacht, eine GIS-gestützte Kartierung der Brutvögel im gesamten Ipweger Moor inclusive der relevanten Bereiche im Gebiet des Landkreises Wesermarsch vorzunehmen. Das Ziel ist eine Grundlage für Aussagen zur Brutvogelwelt des Ipweger Moores im Rahmen der Herausgabe eines semiwissenschaftlichen Kompendiums zu schaffen. 

(s. dazu auch eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes zum Ausbaupotenzial der Windenergie und die Forderungen des NABU dazu unter http://www.nabu.de/themen/energie/erneuerbareenergien/windkraft/15894.html)

Soll so die Zukunft des Ipweger Moores aussehen? Links über den Bäumen erkennt man den Wahnbeker Turm. Im Originalfoto vom März 2013 mit hunderten Wildgänsen sind die Windräder per Fotomontage (S. Lor
Soll so die Zukunft des Ipweger Moores aussehen? Links über den Bäumen erkennt man im Hintergrund schemenhaft den Wahnbeker Turm. Im Originalfoto vom März 2013 mit hunderten Wildgänsen ist ein Windpark per Fotomontage (S. Lorenz) dargestellt.

 

18.11.2013: In seiner Sitzung befasste sich der Bauauschuss der Gemeinde erstmalig mit der Thematik. Dazu trug der Vertreter der Planungsgesellschaft NWPdie Potenzialflächenstudie vor, in der er das Ipweger Moor wegen des hohen Naturpotenzials als ungeeignet für WKA bezeichnete. In der anschließenden Diskussion vertraten die Vertreter aller Ratsfraktionen die Meinung, dass die Windkraftplanung in das ausschließliche Recht der Gemeinde falle, zudem seien die ambitionierten Ziele des Landkreises zur Energiewende in Rastede bereits weitgehend erfüllt. Vorstellen konnten sich die Fraktionen ein Repowering auf dem Windkraftstandort Liethe. Im Frühjahr 2014 wolle man zu einer Entscheidung kommen.

 

2012/2013: Der NABU Oldenburger Land und der NABU Rastede warnen vor der Umsetzung der jetzt bekanntgewordenen Details zur landkreisweiten Windkraft-Potenzialstudie im Bereich der Rasteder Geestrandmoore. Darin sind große Flächen des Ipweger und -eingeschränkt- des Hankhauser Moores als potenzielle Standorte für Windparks vorgesehen. Beide Geestrandmoore verfügen über noch weitgehend unberührte Landschaften - mit die letzten in Rastede angesichts des immensen Flächenverbrauchs der letzten Jahre. Der ursprünglich richtige Gedanke, Windkraft als Teil der erneuerbaren Energien mit Blickrichtung auf den sich abzeichnenden Klimawandel zu fördern, gerät immer mehr in den Hintergrund. Investmentgesellschaften locken an windexponierten Standorten Kapitalanleger und Grundeigentümer mit hohen, staatlich geförderten Renditen und versuchen dann, ihr Konzept auf politischer Ebene durchzusetzen. Diese "Goldgräbermentalität" versucht derzeit eine Gesellschaft im Ipweger Moor umzusetzen. Dass man die Hochmoorlandschaft damit zu einem Industriegebiet degradieren würde, findet keine Erwähnung. 40-Tonner-LKW tragende massive Zuwegungen für die riesigen Bauteile müssen geschaffen und der moorige Untergrund bis in große Tiefen standfest für die bis 200 Meter hohen Türme gemacht werden. Allein die erforderlichen Entwässerungsmaßnahmen werden unübersehbare Folgen für die dort wohnenden Menschen und vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten haben.
So würde eine bisher relativ unberührte Naturlandschaft einschließlich des Naturschutzgebiets Barkenkuhlen in eine Industrielandschaft verwandelt werden. Alles unter dem Deckmantel des Klimaschutzes. Dabei ist die (Wind-) Energieplanung ein einziges Desaster. Bekannt ist, dass u. a. bereits in Ostdeutschland über Bedarf produzierter Windstrom über Polen und Tschechien unkontrolliert abfließen muß. Dort bringt er bereits die heimische Stromwirtschaft in erhebliche Bedrängnis (u. a. FAZ vom 21.12.2012: „Polen wehrt deutschen Windstrom ab“).
 So haben sich die Naturschützer die Energiewende nicht vorgestellt! Der hemmungslose Naturverbrauch geht ungeachtet aller wissenschaftlichen Erkenntnisse und Warnungen der Naturschutzverbände unvermindert weiter. Für die Gewinnmaximierung einiger Investmentfonds und -anleger ist uns unsere Natur zu schade. Auch nachfolgende Generationen haben Anspruch auf eine unverbrauchte und unverstellte Hochmoorlandschaft.

Und: auch wenn es Investoren und unkritische Politiker nicht gerne hören: Moore, also auch das Ipweger Moor, sind mit die letzten relativ ungestörten Rückzugsgebiete bedrohter Pflanzen- und Tier-, insbesondere Vogelarten, die Gefahr laufen, aus der Roten Liste gefährdeter Brutvögel als ausgestorben herauszufallen.

Strahlt dieser Blick in das Ipweger Moor nicht eine große Ruhe aus? Foto S. Lorenz

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