Die Bekassine: Vogel des Jahres 2013

Ein hochgradig gefährdeter Bewohner feuchter Lebensräume

Bekassine im Flug, Foto Peter Reus
Bekassine im Flug, Foto Peter Reus

Die Bekassine (wissenschaftlich Gallinago gallinago) ist ein Vogel unserer Feuchtwiesen und Moore, wo sie stochernd nach Würmern, Schnecken und Kerbtieren (Kerfen) sucht. Ihr Lebensraum, die Moore und Feuchtwiesen unserer Heimat schwinden zusehends. Die noch vorhandenen einem strengen Schutz zuzuführen, muß höchste Priorität haben, auch aus Gründen des Klimaschutzes. Es darf nicht länger zugelassen werden, dass der Grundwasserspiegel abgesenkt und Flächen entwässert, Grünland umgepflügt, Ackerkulturen wie Mais für Biogasanlagen großflächig angebaut, Torf abgebaut und Wiesen aufgeforstet werden.

In Deutschland ist die Bekassine laut Roter Liste vom Aussterben bedroht und ist am häufigsten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu finden. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bekassine recht häufig und wurde intensiv bejagt. Die Jagdstrecken umfassten bis zu 80 geschossenen Exemplaren pro Tag und Jäger. Der Bestand hier wird derzeit auf 5500 bis 6700 Brutpaare geschätzt. Das sind halb so viele wie noch vor 20 Jahren. Auch heute werden allein in der Europäischen Union jährlich mehr als eine halbe Million Bekassinen geschossen. Deshalb gehört die Bekassine in der gesamten EU dringend ganzjährig unter Schutz gestellt. Die Ursachen des heutigen massiven Bestandsrückgangs sind aber nicht allein auf die Bejagung zurückzuführen, sondern auf Entwässerungs- und Bodennivellierungsmaßnamen im Rahmen intensiver Landwirtschaft und die zunehmende Zersiedelung der Brutareale. Durch die Entwässerung fallen die Wasserstände im Jahr zu früh ab und der Boden bietet nicht mehr genügend Nahrung. Hinzu kommt die Verdichtung der Böden durch schwere Landmaschinen, die es der Bekassine schwer machen, mit dem Schnabel durchzudringen, sowie eine vermehrte Verbuschung der Brutflächen.  

Bekassine, Foto C. Engelhardt
Bekassine, Foto C. Engelhardt

Die etwa 25 cm und damit taubengroße Bekassine gehört zur Familie der Schnepfenvögel und hat einen ca. 55-75 mm langen Stocherschnabel. Die Flügellänge beträgt 123–144 mm. Das Gefieder weist eine bräunliche Tarnfärbung mit markanten Längsstreifen auf Kopf und Rumpf auf. Der Bauch ist im Unterschied zu manchen anderen Arten der Gattung ausgedehnt weiß. Der 49–64 mm lange Schwanz ragt beim sitzenden Vogel relativ weit über die Flügelspitzen hinaus. Die relativ kurzen und kräftigen Beine sind gelblich grün bis graugrün. Der Schnabel zeigt an der Basis eine rötlich braune, an der Spitze eine dunkelbraune Färbung. Er ist etwa doppelt so lang wie der Kopf von der Schnabelbasis bis zum Hinterkopf. Die Iris ist braun. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht.

Jungvögel sind kaum von adulten Vögeln zu unterscheiden. Bei ihnen sind die cremefarbenen Streifen auf dem Rücken etwas schmaler und blasser. Die neuen Flügeldecken tragen völlig weiße Spitzenflecken, die nicht wie bei adulten Bekassinen durch eine schwarze Längsbinde unterbrochen werden.

Der Flug der Bekassine ist sehr schnell. Aufgeschreckte und sich bedroht fühlende Vögel zeigen einen Flug mit Zickzackwendungen. Am Boden drücken sich Bekassinen bei Gefahr an den Boden. In der Nähe des Niststandortes oder von Jungvögeln verleiten sie Angreifer durch Auf- und Abklappen und gleichzeitigem Spreizen des Schwanzes.

Bekassine stochernd, Foto H. Schick
Bekassine stochernd, Foto H. Schick

Vom Boden aufgescheuchte Bekassinen geben ein heiseres, raues Ääätsch von sich, das manchmal auch in kurzen Abständen gereiht wird.

Der Gesang ist vor allem während der Brutzeit zu hören. Es wird von beiden Geschlechtern von einer Warte aus oder im Flug vorgetragen. Er besteht aus langen, rhythmischen Rufreihen von zweisilbigen, recht variablen Lauten, die als tick-er oder diep-pe wiedergegeben werden können. Der Vogel wippt dabei oft rhythmisch mit dem Schwanz. Bei besonderer Erregung können sich die Reihen steigern und bestehen dann aus einsilbigen djugg-Rufen, von denen etwa vier in einer Sekunde aufeinander folgen.

Sehr charakteristisch ist das so genannte „Wummern“ oder „Meckern“, das während der Balzflüge vor allem in der Morgen- oder Abenddämmerung zu hören ist. Es handelt sich um einen Laut, der durch die speziell versteiften, äußeren Steuerfedern erzeugt wird und brachte dem Vogel den Spitznamen „Himmelsziege“ ein. Das balzende Männchen, seltener auch das Weibchen, lässt sich aus meist etwa 50 m Flughöhe in einem Winkel von 45–90° herabfallen, wobei die abgespreizten äußeren Steuerfedern im Luftstrom vibrieren und ein summendes Geräusch von sich geben. Das Tremolo wird dadurch erzeugt, dass der Luftstrom in schnellen Abständen von den ebenfalls abgespreizten Flügeln unterbrochen wird. Da der Vogel im Hinabgleiten schneller wird, steigt auch die Lautstärke etwas an.

Bekassinennest, Foto J. Myles
Bekassinennest, Foto J. Myles

Die Bekassine ist sowohl Kurz- und Langstreckenzieher als auch im Westen ihres Brutareals ein Standvogel. Die Überwinterungsquartiere der Bekassine finden sich unter anderem im Nordwesten, Westen und Süden Europas, im Mittelmeergebiet, Vorder- und Südasien, in den nördlichen tropischen Regionen Westafrikas und in Ostafrika bis zum Äquator. Zu den Gebieten, in denen Bekassinen während des Winters ausharren, gehören unter anderem Island, Westnorwegen, Dänemark und Deutschland. Überwinternde Bekassinen sind unter anderem auch am Bodensee zu finden. Einzelne Funde beringter Vögel belegen aber auch Zugstrecken von Deutschland bis zum Senegal oder Dänemark bis Senegal und Tschad. Der Wegzug von den Brutplätzen beginnt in Nordeuropa ab Juli. Ab Mitte Juli sind an den typischen Rastplätzen in Norddeutschland bereits zunehmend Durchzügler zu beobachten. Dabei finden sich zu Beginn des Zuges vor allem Jungvögel ein. Der Zug währt bis Ende Oktober und November. Auf dem Rückzug in die Brutgebiete in Nordeuropa sind in Mitteleuropa Bekassinen vor allem im März zu beobachten.

Achtung! Die im Frühjahr geplante Radtour entlang der Quellgewäs-ser der Jade wird am

16. Oktober, 14.00 Uhr, Parkplatz der Schule Feldbreite, nachgeholt.

Anmeldung unter 04402-8638112.

Das nächste Ortsgruppentreffen findet am 21. Oktober 2021 im evang. Gemeindehaus statt. (s. unter Termine/Veranstaltungen)

Wahl zum Vogel des Jahres 2022: Vom 6. Oktober bis zum 18. November 2021 kann Jede/

Jeder unter den fünf zur Wahl stehenden Vögeln auswählen (www.vogeldesjahres.de)

Der Feldsperling ist einer der zur Wahl stehenden Brutvögel
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Naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)
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Bei dem "Protestival" gegen die A 20 vom 6.-8. August hat auch der NABU Rastede Flagge gezeigt. Foto J. Matz
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5. Juni: A20-Gegner im strömenden Regen auf der geplanten Trasse hinter Gut Hahn, s. auch a20-nie.de, Foto: Silke Lorenz
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Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)
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Mit der Bohmann-Umsiedlung soll es los-gehen. Animation Jabro Planungsgesell-schaft,  s. unter "Aktuelles"
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Das Rotkehlchen:

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Foto Oskar Jungklaus
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Die Vögel des Ipweger Moores

Juli 2021: Es bestehen noch Rest-bestände der 2. Auflage unseres Buches "Die Vögel des Ipweger Moores". Wer noch eines bestellen möchte, sollte sich beeilen. Lesen Sie die Einführung unter "Aktuelles".
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Kuckuckslichtnelken am  Eggerkingsweg
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Vielen Dank an BINGO für die Förderung vieler Rasteder NABU-Projekte !
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Ausnahmen vom Tötungsverbot verstoßen gegen europäisches Naturschutzrecht!

s. Urteil des EuGH vom 4. März 2021 (C-473/19), Foto Gurelur
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Rastede baut sich zu !

Göhlen, Ipwege, Hankhausen IV, Bauhof, Hahn-Lehmden..: Wie ist der Bauwahn in Rastede zu stoppen?
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