Jahreshauptversammlung 2022: 30 Jahre NABU Rastede

                           mit Wahl eines neuen Vorstands

Fotos: Silke Lorenz

Bericht von der Jahreshauptversammlung 2022 der NABU-Ortsgruppe Rastede

 

Am 15. September fand in einer kleinen Feierstunde im vollbesetzten großen Saal des evang. Gemeindehauses die 30-Jahrfeier mit anschließender Jahreshauptversammlung statt. In seiner Einleitung ging der Vorsitzende Horst Lobensteiner auf die Anfänge im März 1992 und die vielen Aktivitäten zum Schutz von Natur und Landschaft im Gemeindegebiet und darüber hinaus im Oldenburger Land ein. Er beklagte, dass der Naturschutz in Rastede in der Gemeindeverwaltung noch immer als Behinderung der Gemeindeziele für immer neue Wohn- und Gewerbegebiete gesehen wird. Naturschutzbelange werden von den Planungsbüros gemäß ihrem Auftrag in aller Regel „weggewogen“. Zuletzt im Rahmen der Windkraftplanung in den ökologisch so wertvollen Flächen in der Wapelnierung und im Lehmder Moor. Im Weiteren wurde auf die wichtigsten Projekte der letzten 30 Jahre und die hohe Mitgliederzahl (521) in Rastede eingegangen.

 

Die Festrede hielt der ehemalige langjährige Geschäftsführer des NABU Oldenburger Land, Rüdiger Wohlers. Er beschrieb in einem großen Bogen die wechselvolle Geschichte des Naturschutzbundes von den Anfängen im Jahre 1899 bis in die heutige Zeit mit ihren bundesweit 750.000 Mitgliedern und den Strukturen auf Landes-, Bezirks- und Kreisebene und sparte nicht mit Lob für die Aktivitäten und Projekte des NABU Rastede.

 

Die anschließende Multivisionsschau „Hommage an das Moor“ des renommierten Naturfotogragen Willi Rolfes begeisterte die Zuschauer mit wunderschönen Natur-(Nah-)aufnahmen aus den Mooren unserer Heimat. Ein nicht endenwollender Applaus verabschiedete ihn.

 

Im anschließenden Bericht des Vorstandes ging der Vorsitzende noch einmal auf die Aktivitäten und Exkursionen der Jahre 2020 und 2021 ein. Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstandes gab der neue 2. Vorsitzende Horst Lobensteiner bei den Neuwahlen des Vorstandes den Vorsitz an die langjährige Pressewartin und Naturschutzbeauftragte des Landkreises Silke Lorenz ab. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Kassenführer Gerold Lüerßen, Beisitzende sind: Eike Fiebrig-Kroll, Klaus Hinsch, Rolf Harms, Frank Lorenz. Die neuen Rechnungsprüferinnen Judith Matz und Anne-Marie Müller hatten ihre Bereitschaft bereits telefonisch erklärt.

 

Gegen 22.15 Uhr endete die Jahreshauptversammlung.

Die NWZ berichtete am 17. September von der Veranstaltung:

 

Jahreshauptversammlung 2022: 30 Jahre NABU Rastede mit Multivisionsschau „Hommage an das Moor“ des renommierten Naturfotografen Willi Rolfes, Vechta.

Eine schriftliche Einladung ist nur über die uns mitgeteilten Mailadressen erfolgt.

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Zur coronabedingten mehrfach verschobenen Jahreshauptversammlung lädt der NABU Rastede nun am Donnerstag, den 15. September 2022, 19.30 Uhr, in den großen Saal des evang. Gemeindehauses Rastede, Am Denkmalsplatz, alle Mitglieder und Interessierte ein.

 

Nach der Begrüßung und einer Rückschau auf 30 Jahre NABU Rastede durch den Vorsitzenden schließt sich ein Festvortrag des langjährigen Geschäftsführers der NABU-Bezirksgruppe Oldenburger Land, Rüdiger Wohlers, an. Wir freuen uns dann über den Vortrag des renommierten Naturfotografen Willi Rolfes aus Vechta und seine Multivisionsschau „Hommage an das Moor“ (PM dazu s. unten).

 

Nach einer Pause folgt dann die Jahreshauptversammlung mit folgender Tagesordnung:

- Feststellung der Beschlussfähigkeit
- Bericht des Vorstandes
- Kassenberichte der Jahre 2020 und 2021 (coronabedingt)
- Bericht der Kassenprüfer
- Entlastung des Vorstandes

- Wahl von zwei Kassenprüfer_innen
- Wahl der/des 1. und 2. Vorsitzenden, der/des Kassenführer_in, der/des Pressewart_in, der/

  des Leiter_in der NAJU-Kindergruppe und der Beisitzer

- Verschiedenes (auch Anfragen)

 

Anträge zur Tagesordnung bitten wir bis zum 08.09.2022 per E-Mail an briefkasten@nabu-rastede.de oder an NABU Rastede, Mühlenstr. 116, 26180 Rastede, zu richten. Wenn auch Sie aktiv für unsere Natur eintreten wollen - wir würden uns über Ihre Mitarbeit sehr freuen!

Wenn Sie keine Gelegenheit zum Besuch unserer Jahreshauptversammlung haben, informieren Sie sich über unsere Aktivitäten doch einmal auf unserer Homepage.

 

Hommage an das Moor

Vortrag von Willi Rolfes

 

Das Moor, verwunschen, gefürchtet, bewundert, geliebt. „Keine andere Landschaftsform Deutschlands ist so mit Gefühlen befrachtet, scheint uns gleichermaßen fremd und urtümlich - und ist zugleich ein ganz besonderer Hoffnungsträger für den Klimaschutz“, so Rolfes. Mit der Ausstellung wird der Besucher tief hinein ins Moor geführt. Flirrende Hitze und klirrende Kälte - wabernde Morgennebel und stickige Mittagsglut: Das Moor zeigt viele Gesichter. Es zeigt sie schnell und sich selbst dabei launisch, ist viel mehr als das Ergebnis von viel Wasser und wenig Sauerstoff: Das Moor ist ein faszinierender Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Der Naturfotograf Willi Rolfes hat diese Landschaft und ihre Charaktere mit der Kamera über Jahre eingefangen und meisterhaft in Szene gesetzt.

 

1,5 Millionen Hektar Moor gab es einst in Deutschland, davon allein in Niedersachsen 630.000 – unvorstellbar viel blubberndes, säufzendes Urland. Allerdings: Nur wenige Tausend Hektar Hochmoor haben die Zeit in einem weitgehend ursprünglichen Zustand überdauert – der Rest wurde so gründlich entfeuchtet, umgegraben und in Tüten verpackt, dass die Moore vielerorts komplett verschwunden sind. Lange Zeit kultivierten die ersten Siedler das Moor, um sich selbst eine Zukunft zu schaffen, die ihnen mehr bescherte, als ein karges Leben von Buchweizen, Schafen und Honig. Später hat der Mensch den Torf verbrannt, als Filter genutzt und im Gartenbau verwendet.

Inzwischen aber hat ein Umdenken stattgefunden. Moore werden – wo möglich – in den meisten Fällen geschützt oder in großem Stil renaturiert. Zwar wird es Jahrhunderte dauern, bis die neuen alten Moore wieder werden wie sie waren. Aber für Moorfrosch, Kranich und Sonnentau ergeben sich schon heute neue Perspektiven.

 

Willi Rolfes zeigt in seinem Vortrag ein facettenreiches Porträt dieses Lebensraums. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit dem Anspruch, Besonderheit und Schutzwürdigkeit einer der letzten Urlandschaften Deutschlands offensichtlich zu machen. Seine Bilder zeigen genau das: Überraschende Farbenpracht, Bläuling und Bekassine, Kraniche und Nebelland. Das Moor ist eine Ur-Landschaft im Wandel.

 

Der NABU Rastede möchte mit dem Vortrag aufklären und Verständnis schaffen und auf diese Weise zum dringend notwendigen Schutz auch der Rasteder Geestrandmoore beitragen.

 

Vita:

 

Willi Rolfes gehört zu den renommiertesten Naturfotografen Deutschlands. Mit seiner Familie lebt er am Rande des Moores im niedersächsischen Vechta. Beruflich ist er als geschäftsführender Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld tätig. Dort veranstaltet er Fotowokshops und ist Mitinitiator des Fotofestivals „Inspiration Natur“. Mit der Naturfotografie beschäftigt er sich seit 1981. Sein besonderes Interesse gilt norddeutschen Landschaftsformen mit ihrer Flora und Fauna. Für ihn ist es wichtig, eine Beziehung zu einer Landschaft oder einer Tierart zu entwickeln. Darum setzt er sich oft lange mit einem Thema auseinander und verfolge es zuweilen über Jahre.

 

Seine besondere Leidenschaft gilt dem Lebensraum Moor, nicht zuletzt weil er am Rande des »Großen Moores« lebt. Er mag facettenreiche Portraits von Landschaften und Tieren. Sie sind ihm wichtiger als wettbewerbstaugliche Einzelbilder. Seine Fotogeschichten erscheinen in Zeitungen und Zeitschriften. Jährlich erscheinen verschiedene Kalender mit seinen Fotografien. Eine Vielzahl von Bildbänden spiegelt seine bisherige naturfotografische Arbeit wider. Einige Fotos wurden bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet. Das deutsche Fernsehen zeigte seine naturfotografische Arbeit in einem Film im Rahmen der Reihe „Expeditionen ins Tierreich“.

 

Neben der reinen Naturfotografie ist es ihm ein Anliegen, »Sinn-Bilder« zu fotografieren. Als Mitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) ist es ihm ein besonderes Anliegen, mit seinen Arbeiten einen aufklärenden und Verständnis weckenden Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten. Denn, Naturbilder schaffen Naturverständnis.

 

www.willirolfes.de

 

 

Fotoauswahl: Willi Rolfes

Hankhauser Moor im Nov. 2022:

Die drei Ammerländer Naturschutz-verbände haben dem Landkreis einen Vorschlag zur Unterschutzstellung des Hankhauser Moores unterbreitet.

Am  Eggerkingsweg
Am Eggerkingsweg

Vogel des Jahres 2023 ist das Braunkehlchen. Nicht wegzu-denken aus unseren Rasteder Geestrandmooren!

Braunkehlchen, Foto: Frank Derer
Braunkehlchen, Foto: Frank Derer

Unsere Rasteder Geestrandmoore Delfshauser-, Hankhauser-, Loyer- und Ipweger Moor: wichtiger denn je für Moorschutz, Klimaschutz (Kohlenstoffsenke) und Arten-schutz. Letzte Rückzugsräume für Mensch und Natur!!! Alles schon vergessen, lieber Gemeinderat?

Die Stellungnahme des NABU kann hier nachgelesen werden!

Abendstimmung im Ipweger Moor, Foto: Klaus Hinsch
Abendstimmung im Ipweger Moor, Foto: Klaus Hinsch
Nachruf zum Tod von Uwe Bruns
Nachruf zum Tod von Uwe Bruns

A 20 vor dem Aus?

Das Bundesverwaltungsgericht hat das Planfeststellungs-verfahren für den 1. Abschnitt Garnholt-Bekhausen für rechts-widrig und nicht vollziehbar erklärt! Das Urteil kann als pdf-Datei  heruntergeladen werden (auf das A20-Symbol klicken)!

Teuer, naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)
Teuer, naturzerstörend wie keine andere und unsinnig zugleich: die A 20 (A 22)

Autobahnneubauten - Weiter-machen wie bisher?

Die Erde schwitzt, die Jugend protestiert weltweit - trotzdem Autobahn-Neubauten? Werden die Mahnungen des Club of Rome, des Weltklimarats (IPPC) und der Wissenschaft sowie der Natur-schutzverbände weiterhin ignoriert? Die Bundesregierung muss sich den Zeichen der Zeit stellen! Das Bundesverwaltungs-gericht Leipzig hat am 31. Mai 2022 jedenfalls den 1. Bauabschnitt der A 20 Bekhausen-Gr. Garnholt we-gen unzulässiger Emissionsein-träge ins FFH-Gebiet für rechts-widrig erkannt.

Vielen Dank an BINGO für die Förderung vieler Rasteder NABU-Projekte !
Vielen Dank an BINGO für die Förderung vieler Rasteder NABU-Projekte !

Windparks in der Wapelniede-rung und im Lehmder Moor:

Das OVG Lüneburg hat die Bebauungspläne lt. Urteil vom 24.06.2021 wg. schwerwiegender Mängel für rechtswidrig erklärt!

Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)
Fotomontage S. Lorenz (Ipweger Moor)

Jedes Maß scheint verloren zu gehen: 40 ha sollen für Gewerbe- ansiedlungen in Leuchtenburg reserviert werden. Es gibt kein

Korrektiv mehr im Gemeinderat!

Mit der Bohmann-Umsiedlung soll es losgehen. Animation Jabro Planungsgesellschaft,  s. unter "Aktuelles"
Mit der Bohmann-Umsiedlung soll es losgehen. Animation Jabro Planungsgesellschaft, s. unter "Aktuelles"

Die Vögel des Ipweger Moores

Es bestehen noch Restbestände der 2. Auflage unseres Buches "Die Vögel des Ipweger Moores". Wer noch eines bestellen möchte, lese bitte die Einführung unter "Aktuelles".
Es bestehen noch Restbestände der 2. Auflage unseres Buches "Die Vögel des Ipweger Moores". Wer noch eines bestellen möchte, lese bitte die Einführung unter "Aktuelles".

Ausnahmen vom Tötungsverbot verstoßen gegen europäisches Naturschutzrecht!

s. Urteil des EuGH vom 4. März 2021 (C-473/19), Foto Gurelur
s. Urteil des EuGH vom 4. März 2021 (C-473/19), Foto Gurelur

Rastede baut sich zu !

Göhlen, Ipwege, Hankhausen IV, Bauhof, Hahn-Lehmden..: Wie ist der Bauwahn in Rastede zu stoppen?
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