Es wird immer deutlicher: diese Autobahn würde allein im Ammerland ein ökologisches Desaster hinterlassen !
10.06.2011: Die Teilnahme an den von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr anberaumten ersten
Arbeitssitzungen für die beiden Teilabschnitte der A 22 von der A 28 bei Westerstede bis zum Wesertunnel am 17. und 22. Juni hat der NABU in einem Schreiben vom
10. Juni 2011 abgelehnt.
Der NABU wird sich nicht auf eine Mitarbeit an Detailplanungen zur A 20 einlassen, um damit noch in Mithaftung für die unübersehbaren Auswirkungen der Autobahn auf Mensch und Natur genommen zu
werden. Gleichwohl wird der NABU das Ergebnis der Planungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens sorgfältig prüfen und gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen und Bürgerinitiativen
weitere Schritte beraten.
14.02.2011: Vor über 160 Zuhörern referierte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Dr. Anton Hofreiter,
auf Einladung der „Ammerländer Bürger gegen die A 22“ im Wiefelsteder Gasthof Rabe über die „Widersprüchlichkeiten des Mammutprojekts Küstenautobahn“. Er wies in seinem Referat auf Klimawandel
und Artensterben in nie gekanntem Ausmaß und im Gegensatz dazu auf den unverantwortlichen Ausbau weiterer Fernstraßen ohne Reflektion auf Wirtschaftlichkeit, Frequentierung, unvorstellbarer
Naturzerstörung und Finanzierbarkeit hin. Deutschland verfüge mit Holland bereits über das dichteste Straßennetz der Welt. Allein mit der Erhaltung des derzeitigen Bundesfernstraßennetzes
sei der Bund mit 30 Milliarden Euro im Rückstand. Dazu komme die in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommenen Neubauvorhaben mit ca. 80 Millarden Euro. Bei einem jährlichen Etat von 2 -
2,5 Millarden Euro für Neubaustrecken könne man sich in etwa vorstellen, wann eine hinzukommende Strecke jemals, wenn überhaupt, realisiert werden könne. Zum anderen müsse Deutschland bis 2050
seinen CO²-Ausstoß um 95 % reduzieren, um das +2°-Klimaziel noch zu erreichen.
Kurios eine Rechnung eigener Art der Planer, auf die Hofreiter noch aufmerksam machte: der Projektnutzen einer Autobahn werde an einem bis 2030 auf 60 Dollar/Barrel sinkenden Rohölpreis festgemacht, dabei könne man eher von weiter steigenden Rohölpreisen ausgehen - derzeit 100 Dollar/Barrel. Weiter glaube er nicht, dass
sich die von lauter Autobahnen genervten Urlauber aus NRW ausgerechnet hier über eine weitere Autobahn freuen würden. Die Menschen dort sehnen sich nach Ruhe und unzerteilter, ursprünglicher
Landschaft.
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